Wenn Amazon die Tür schliesst

Wo kauft ihr eure Bücher? Die Chancen sind gut, dass viele Amazon nennen. Und einige davon kaufen sie wohl in digitaler Form als Kindle-Bücher, um diese auf einem Kindle oder in einer Kindle-App auf einem anderen Tablet-Computer zu lesen.

Die Kindle-Büchersammlung besteht also rein digital und ist dafür immer mit dabei. Man stelle sich nun vor, dass plötzlich, ohne Vorankündigung, einfach alle Bücher gelöscht werden. Gähnende Leere auf dem Kindle, einfach so, eines morgens. Genau das passierte der Norwegerin Linn, deren Geschichte “Outlawed by Amazon DRM” zurzeit auf Twitter umhergereicht wird.

Kurz zusammengefasst: Amazon teilte Linn mit, dass ihr Account per sofort gelöscht sei, da er in Verbindung mit einem missbräuchlichen Account stehe. Als Konsequenz wurden sämtliche Buchinhalte auf ihrem Kindle remote von Amazon gelöscht. Trotz mehrmaligem Nachfragen und Beteuerungen, dass Linn sich dies nicht erklären könne, keinen zweiten Account je besessen habe und gerne wissen würde, was sie ändern müsse, erhielt sie immer die gleiche Antwort: Ihr Account sei gelöscht worden und weitere Informationen gebe man nicht. Man teilte ihr also nicht einmal mit, welches Problem besteht und obendrauf informierte man sie, dass alle neuen Accounts, die sie in Zukunft eröffne, gelöscht würden.

Digitale Rechteverwaltung ist ein grosses Thema bei Anbietern digitaler Inhalte und es ist deren Aufgabe dafür zu sorgen, dass Konsumenten die Rechte von Autoren, Künstlern und anderen Inhalte-schaffenden respektieren. Doch wenn man so einfach  lebenslänglich von einem dominierenden Anbieter verbannt wird,  ist das viel mehr als unangenehm. Und vor allem zerstört es das Vertrauen in einen Anbieter, dem so viele blind Vertrauen. Es ist Vertrauen zerstörend und kundenunfreundlich, weil sich Amazon hinter der eigenen Macht und den eigenen Geschäftsbedingungen versteckt und von Anfang an ausschliesst, dass es sich vielleicht, und nur eventuell um ein Missverständnis handeln könnte. Zudem wird dem ‘Angeklagten’ verweigert die eigentlichen Anklagepunkte überhaupt zu erfahren.

Eine Firma darf sich seine Kunden aussuchen und muss keine soziale Institution sein. Sie muss intern nicht einmal wie ein Rechtsstaat funktionieren. Aber sie muss auch akzeptieren, dass sie für ihr Verhalten einbussen erfährt. Immer vorausgesetzt, dass hier alle Tatsachen offen auf dem Tisch liegen und Linn nichts verschweigt, ist dies ein Warnzeichen sich nicht auf Amazon-Kindle Angebote zu verlassen. Sollte diese Geschichte sich wiederholen und Amazon nicht einlenken oder Fakten auf den Tisch legen, könnte dies ein tiefer Kratzer in Amazons Reputation werden.

Related Posts / Ähniche Beiträge:

  • No Related Posts

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *